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Diese Frage hat mich innehalten lassen.


Nicht nur im Alltag, sondern auch während meiner Weiterbildung zur zertifizierten Anwenderin der Positiven Psychologie (DACH-PP, Level 1) am Inntal Institut. Dort, im 2. Block Anfang März 2026, bin ich auf eine Neuerscheinung gestoßen, die mich unmittelbar neugierig gemacht hat: „Generation Glücklich“ von Prof. Dr. Jonathan Haidt und Catherine Price.

Ich habe das Buch bestellt und innerhalb von zwei Tagen gelesen.

Was zunächst wie ein Buch für Kinder und Jugendliche wirkt, entfaltet beim Lesen eine viel größere Dimension.

Es ist ein feinfühliger, altersgerechter und zugleich erstaunlich tiefgehender Blick auf das Aufwachsen in digitalen Scheinwelten: zwischen Likes, Algorithmen, Vergleichsdruck und permanenter Verfügbarkeit.

Und es stellt Fragen, die weit über diese Altersgruppe hinausgehen.

 

Was habe ich mitgenommen?

Dieses Buch beschreibt eindrücklich, wie subtil Aufmerksamkeit gesteuert wird und wie früh Kinder und Jugendliche lernen, sich im Außen zu orientieren, statt im eigenen Erleben.

Es zeigt:

  • wie schnell aus digitaler Gewohnheit emotionale Abhängigkeit werden kann
  • wie eng Medienkonsum mit Einsamkeit, Unsicherheit und innerem Druck verknüpft ist
  • wie sehr auch die Eltern-Kind-Beziehung darunter leidet – oft unbemerkt

Und gleichzeitig bleibt es nicht bei der Problembeschreibung.

 

Es lädt ein:

  • zur Selbstwirksamkeit.
  • zur bewussten Entscheidung.
  • zu einem mut-willigen Umgang mit einer Welt, die sich nicht zurückdrehen lässt.

Gerade im Kontext der Positiven Psychologie wird deutlich, wie relevant dieses Thema ist:

  • Flow
  • Selbstbestimmung
  • Flourishing
  • Resilienz

All das entsteht nicht im Außen, sondern im bewussten Umgang mit dem, was uns umgibt. Und genau hier setzt dieses Buch an. Mit anschaulichen Beispielen. Mit praktischen Übungen.


Mit einer Sprache, die auch jüngere Lesende erreicht, ohne zu vereinfachen. Für mich ist es deshalb auch ein kindgerechter Weckruf für Erwachsene.

Denn eines ist für mich nach der Lektüre klarer denn je: Medienkompetenz der Eltern ist der Schlüssel zum Schutz der Kinder.

 

Nicht Kontrolle.
Nicht Verbote.
Sondern Begleitung.
Reflexion.
Und Vorbild.

 

Dieses Buch bietet enorm viel Stoff für Gespräche und Weiterdenken.
Jedes Kapitel birgt genug Impulse für ein eigenes Buch.

Und es ist, auch wenn es für jüngere Lesende geschrieben ist, ein wichtiges Buch für Erwachsene. Denn die Herausforderungen enden nicht mit dem Erwachsenwerden. Sie verändern nur ihre Form.

 

Ein kurzer Blick in die Arbeitswelt zeigt: Reizüberflutung, Vergleichsdruck und permanente Erreichbarkeit sind längst auch dort Realität.

Doch diese Brücke bleibt für mich bewusst im Hintergrund.

 

Denn im Kern geht es um etwas Grundsätzlicheres: Wie gestalten wir unser Leben und wie sehr lassen wir es gestalten?

 

Ich nehme aus diesem Buch eine klare Haltung mit:

Nicht nur analysieren.
Sondern handeln.
Nicht nur beobachten.
Sondern gestalten.

Mut-willig.

 

Auch im Hinblick auf den kommenden 3. Block meiner Weiterbildung wird für mich immer deutlicher, wie zentral diese Themen sind nicht nur individuell, sondern gesellschaftlich.

Gerade in Zeiten zunehmender Spaltungen braucht es Räume, in denen Menschen – jung wie alt -lernen, sich selbst wieder bewusster zu steuern.

Dieses Buch ist dafür ein wertvoller Impulsgeber. Ein wunderbares Geschenk für Kinder und Jugendliche, die ihr Leben (wieder) selbst in die Hand nehmen wollen. Und ein ebenso wertvolles Buch für Erwachsene, die sie dabei begleiten.

 

Ich habe parallel auch ein weiteres Werk von Prof. Dr. Jonathan Haidt begonnen (u. a. „Generation Angst“ liegt noch auf meinem persönlichen „Stapel ungelesener Bücher“). Darüber werde ich hier demnächst ebenfalls schreiben.

 

Und Sie: Gestalten Sie Ihre digitale Welt oder gestaltet sie längst Sie?

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